Geschichte

Der Fußballklub FC Judenburg ist ein österreichischer Fußballverein aus der obersteirischen Bezirkshauptstadt Judenburg. Die Vereinsfarben sind rot-blau. Die Heimspiele werden im Stadion Murdorf ausgetragen, einer seit 1970 in Betrieb stehenden Sportanlage. Im Oktober 2008 wurde ein Kunstrasenplatz der neuesten Generation fertig gestellt.
 
Der FC Judenburg spielt mit der Kampfmannschaft I, in der Spielsaison 2015/2016, in der zweithöchsten Leistungsklasse des steirischen Fußballverbandes, der „Oberliga Nord“.

Der Kampfmannschaft II gelang gleich im ersten Jahr des Einstieges in die 1. Klasse Mur/Mürz A der Meistertitel und das Team spielt in der Saison 2015/2016 in der Gebietsliga Murtal!
 
Die Gründung des FC Judenburg erfolgte im Juni 1990, als sich die beiden bisherigen Judenburger Fußballvereine, der Werkssportverein (WSV) Judenburg und die Blaue Elf (BE) Judenburg fusionierten. Zuerst als WSV/BE Judenburg spielberechtigt, wurden dem Vereinsgesetz entsprechend ab der Spielsaison 1991/1992 der offizielle Vereinsname FC Judenburg bei der Vereinsbehörde angemeldet und genehmigt.

WSV Judenburg

Der WSV Judenburg, der als Judenburger Sportverein am 12.3.1901 gegründet wurde, spielte ab 22. Dezember 1910 als Schwarze Elf Judenburg (Gründungsverein des steirischen Fußballverbandes im Jahr 1911), ab 1. August 1920 als AAC (Arbeiter-Athletik-Club) Judenburg, ab 1934 unter dem Vereinsnamen SV (Sportverein) Judenburg, ab 1945 als SC (Sportclub) Judenburg und ab 1956 als WSV (Werkssportverein) Judenburg, benannt nach dem großen Werk für Edel- und Gußstahlverarbeitung, dem weitaus größten Arbeitgeber in Judenburg in dieser Zeit. In der Spielsaison 1955/1956 gelang der Meistertitel in der „1. Klasse Nord-West“ und nach erfolgreichen Aufstiegsspielen gegen Hönigsberg stand die erstmalige Teilnahme an der höchsten steirischen Spielklasse, der „Landesliga“, fest. 18 Jahre, bis zur Spielsaison 1973/1974, war der WSV Judenburg stets in der steirischen Landesliga vertreten und konnte als größte Erfolge den Vizemeistertitel in den Spielsaisonen 1963/1964 bzw. 1964/1965 erringen. Dieser zweite Tabellenplatz berechtigte zur Teilnahme am österreichischen Fußball-Cup, wo traditionelle österreichische Fußballvereine wie SV Gloggnitz und FK Austria Wien in Judenburg zu Gast waren. Der WSV Judenburg (Vereinsfarben rot-weiß) trug seine Heimspiele am Sportplatz Bahnhofstraße aus, einem im Werksgelände der steirischen Gußstahlwerke AG gelegenen Spielstätte. Dieser Platz hatte das für damalige Verhältnisse charakteristische Aussehen, eine - westseitig - gelegene Naturtribüne sowie Holzbaracken als Umkleideräume für die beiden Mannschaften und dem Schiedsrichtertrio. Die zahlreichen Zuseher waren direkt am Spielfeldrand nur durch eine spärliche Holzabsperrung (maximal 2 Meter von der Outlinie entfernt) und trugen damit auch wesentlich am gefürchteten Heimvorteil bei.

Blaue Elf Judenburg

Die Blaue Elf Judenburg wurde 1948 von fußballbegeisterten Männern gegründet, die im Zuge der Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat im Süden Europas verlassen mussten und nach Österreich flüchteten. Dabei entstanden die sog. „Lager Liechtenstein“ und „Lager Murdorf“, wo tausende Männer und Frauen, aber auch viele Kinder eine Unterkunft fanden. Aus diesen beiden Lagern entwickelte sich eine Fußballmannschaft, die 1948 beim steirischen Fußballverband als „Blaue Elf Judenburg“ angemeldet wurde. Auf Grund der Ausländerbeschränkungen, alle diese Personen waren damals nicht Staatsbürger der Republik Österreich, konnte die Blaue Elf Judenburg trotz mehrmaliger Meistertitel nicht aufsteigen und verblieb dadurch stets in der damaligen letzten Spielklasse „Kreis Murtal“ bzw. später umbenannt in „2. Klasse Murtal“ sowie „2. Klasse Nord-West“. In der Spielsaison 1959/1960 gelang der erste sportliche und statutenkomforme Aufstieg in die „1. Klasse Murtal“, wobei das erfolgreiche Meisterjahr ungeschlagen beendet werden konnte. 1966/1967 konnte der nächste Meistertitel gefeiert werden und die Blaue Elf Judenburg stieg in die damals zweithöchste steirische Spielklasse, der „Unterliga Nord“ auf. Nach zwei Saisonen hieß es wieder Abschied nehmen und im Spieljahr 1974/1975 gelang der Wiederaufstieg in die „Unterliga Nord“, wo man bis zur Saison 1979/1980 verblieb. Der letzte Meistertitel gelang 1984/1985, dem allerdings der sofortige Wiederabstieg in die „Gebietsliga Murtal“ folgte. Auch dort konnte man sich nicht halten und stieg gleich nochmals, diesmal in die „1. Klasse Murtal“ ab.

Fusion

Schließlich führten sportliche und wirtschaftliche Gründe dazu, diese beiden Vereine zu einem gemeinsamen Judenburger Fußballverein zusammenzuführen. Dem Fusionsverein FC Judenburg gelang im Spieljahr 2003/2004 der Aufstieg in die steirische Landesliga, jedoch musste nach dieser einen Saison bei Punktegleichheit nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses der Abstieg hingenommen werden.

Hier findet Ihr Zeitungsberichte von der Saison 1978 bis 1982/1983 inkl. dem Aufstieg in die Landesliga. Danke an Wilhelm Schmidt für dieses tolle Stück Geschichte!
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